Auswirkung des Dreißigjährigen Krieges auf die Mode

Not und Elend brachte der Dreißigjähriger Krieg über die Epoche des Frühbarock. Seine Widerspiegelung fand er auch in der Mode, die weit von der für die folgenden Jahrhunderte charakteristischen Üppigkeit der Form abstand. Indessen dominierten lockere und bequemere Fassons, die wenig mit dem pompösen Erscheinungsbild gemeinsam hatten.

Von der Üppigkeit zur praktischen Schlichtheit

Auswirkung des Dreißigjährigen Krieges auf die ModeObwohl es am Anfang des 17. Jahrhunderts keinen tonangebenden Hof gab, übte Holland und der reiche flämische Bürgerstand den größten Einfluss auf den Lebensstil und auf die Kleidermode des Frühbarock aus. Kurz bevor der Sonnenkönig den Thron in Frankreich betrat, verschwanden Korsetts, Reifröcke, Wattierungen und Ausstopfungen aus der Garderobe, um den aufgelockerten und bequemeren Formen Platz zu machen. Reiche Verzierungen und Musterstoffe schmückten auch nicht mehr die Damen- und Herrenoutfits. Lediglich Querstreifen und Borten verliehen der Kleidung, die eher in dunklen Farbtönen gehalten war, etwas mehr Dynamik. Unter den Stoffen dominierten dagegen Wolle, Tuch, Leinen und Taft.

Zeit der Musketiere und des aufgelockerten Frauen-Outfits

Der Dreißigerjahre Krieg hatte vor allem für den Männerlook weitreichende Folgen. Als Vorbild galt damals der holländische Offizier und es wurde die Epoche der „Musketiere“ eingesetzt, die dreifach aufgeschlagene Filz-Schlapphüte mit einer breiten Krempe als Kopfbedeckung trugen. Weit geschnittene, sackartige Hosen wurden in kniehohe lederne Stulpenstiefel gesteckt. Als Oberbekleidung galten dagegen Wams, das aus den so genannten Flasques zusammengesetzt war und unter dem das weiße Hemd mit großen Manschetten getragen wurde. Die Damenkleidung war nicht mehr durch Vertugale mit Polsterungen und Gestellen dominiert. Anstatt dessen hing der Rock locker über mehrere Unterröcke, die der Figur das gewünschte Volumen verlieh. Korsetts wurden durch ein enges Miederoberteil mit einem gestärkten Spitzenkragen und mit Spitzenmanschetten an den Ärmeln ersetzt.

Bild: Karl I. von England; van Dyck, 1635, Bildquelle: de.wikipedia.org

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